Wurmwissen

Erkenntnisse aus der Wurmforschung, der praktischen Arbeit mit Würmern und anwendungsempfehlungen

Viele machen Viel

Topf, Beet und Garten

Die Ursache fürs Besondere

Jeder ist anders, alle machen Gutes

Politischer als man denkt

Wurmhumus ist ein exzellenter Wasserspeicher, bei der Ernte ist der Wasseranteil immer noch bei 70%. Wir trocknen und sieben den Humus zu einem feinen Substrat mit großer Variabilität der Anwendung.

Wie entsteht Wurmhumus ?

Wurmhumus ist international als Vermicompost oder ‚Worm Castings‘ bekannt. Es handelt sich um die Ausscheidungen des Regenwurms. Diese sind weder mit Dung noch Kot vergleichbar. Vielmehr handelt es sich um stabilen und fertig verarbeiteten Humus, der langfristig im Boden verbleibt und die Grundlage für pflanzliches Wachstum ist.

Würmer verarbeiten organisches Material in der Endphase der Verrottung. Eine Vielzahl biologischer Ab- und Umbauprozesse im Verdauungstrakt des Regenwurms erzeugen eine sehr fruchtbare und nährstoffreiche Kombination aus organischen und mineralischen Bausteinen (Bodenkolloide). Diese sind an Tonmineralien adsorbiert und ergeben so den goldenen Gral der Bodenkundler: Ton-Humus-Komplexe. Ein vom Wurm erzeugtes klebriges, hormon- und enzymhaltiges Sekret hält diese als kleine Krümel zusammen.  

Diese Krümel sind ein essenzieller Bestandteil des für das Pflanzenwachstum optimalen ‚garen‘ Bodens (Bodengare)

Die sorgfältige Auswahl des ‚Wurm-Futters‘ entscheidet über die Qualität des Endproduktes. Wir verarbeiten ausschließlich organische Rohstoffe mit Gütesiegel; Mikroplastik, Schadstoffe, Schwermetalle, Medikamentenrückstände & Co. würden unseren Würmern schaden und die Produktion nachteilig beeinflussen.

Wurmhaus nutzt für die Produktion von Wurmhumus CFT-Wurmreaktoren. Ein Reaktor ist ein großer, oben offener Behälter, der unten eine Gitterstruktur hat. CFT-Reaktoren haben den positiven Effekt, dass die Würmer bei ihrer Tätigkeit, vorkompostierte Nahrung zu Wurmhumus zu veredeln nicht gestört werden, sie befinden sich buchstäblich auf einem konstanten Verdauungsspaziergang.

Ein Wurmreaktor hat im Wesentlichen 3 Schichten, die zur Umwandlung von Komposterde zu Wurmhumus beitragen. In der oberen Schicht wird regelmäßig neuer Kompost verteilt. Die darunterliegende mittlere Schicht bietet den Würmern eine ideale Umgebung, um den Kompost zu Wurmhumus umzuwandeln. In der unteren Schicht sammelt sich der Wurmhumus an und bröckelt nach und nach in einen Auffangbehälter. Auf dem vertikalen Weg durchläuft der Wurmhumus durch die zunehmende Aktivität von Mikroorganismen im Wurm und nach dem Ausscheiden einen kontinuierlichen Veredelungsprozess.

Der Produktionsablauf folgt also dem SOP-GOP-SOP Schema.

Der daraus gewonnene Wurmhumus wird mehrfach gesiebt und abschließend verpackt.

Anwendung von Wurmhumus

Man kann natürlich glauben, dass unsere grüne Welt nur dank chemischer Düngesalze, Pestizide, Herbizide, Fungizide und der PR der Agro-Chemie wächst und gedeiht. Das gibt es jetzt etwas mehr als 100 Jahre, die Folgen sieht das offene Auge.

Wurmhumus ist das Ergebnis von 450 Millionen Jahren Evolution, Bodenorganismen in Hochform, Enzyme, Wachstumshormone, Mykorrhiza, Glomalin, Stickstoff, Phosphor, Ton-Humus–Komplexe … reine Natur, mit Fachwissen optimiert.

Wurmhumus ist kein Dünger im herkömmlichen Sinn. Hier sind Mikroorganismen in hoher Konzentration am Werk, die Nährstoffe aus dem Pflanzsubstrat lösen und in Symbiose mit der Pflanze arbeiten. So macht es die Natur seit 450+ Millionen Jahren. Chemische Dünger, Pestizide und Herbizide gibt es erst seit etwa 100 Jahren.

Grundsätzlich gilt: Egal ob Topf, Garten- oder Hochbeet, Sie können mit Wurmhumus nicht überdüngen. Keine Wurzelverbrennungen, keine Gewässerbelastung, keine Lachgasemissionen. Das liegt unter anderem an den Ton-Humus-Komplexen. Mehr dazu hier.

Grundsätzlich gilt aber auch: Mehr als 40 % Wurmhumusanteil im Substrat bringen nicht mehr Leistung. Alle Forschungsergebnisse zeigen, dass je nach Pflanze der ‚Peak‘ spätestens bei 40 % Anteil erreicht ist, danach kann das Ergebnis sogar rückläufig ausfallen. 20-25 % (Teileverhältnis also 1:4 oder 1:3) sollten gewöhnlich ausreichen, um beste Ergebnisse zu erzielen.

Ein so knappes und wertvolles Gut sollten Sie überlegt einsetzen, vermischt mit gutem Mutterboden, Kokos und/oder torffreier Bio-Blumenerde. Nicht mit chemisch (vor)gedüngten Pflanzerden mischen, Kunstdünger kann Mikroorganismen schädigen.

Also zusammengefasst: Nicht übertreiben, keine Chemie und mit chlorfreiem Wasser gießen.

Hochbeete:

Empfohlene Schichtung anwenden, auf tierische Exkremente und unkompostierte organische Abfälle verzichten (mögl. Pathogene). Stattdessen ca. 20 % Wurmhumus im Substrat mischen, mit einem pilzlastigen Wurmtee impfen.

Topfpflanzen:

Düngung: wöchentlich 1 EL Wurmhumus pro Liter

Topfgröße auftragen und wenn möglich leicht mit einer Handharke in die Oberschicht einarbeiten

Umtopfen: 20 – 25 % Wurmhumus zur Hälfte in den unteren Topfbereich geben, den Rest mit dem Pflanzsubstrat vermischen

Gelegentlich mit einem Wurmtee gießen.

Der Wurmhumus kann zu mehreren Wachstumsphasen der Pflanze eingesetzt werden.

Beim Pflanzen oder Umtopfen wird der Wurmhumus zu 10-20% mit Erde vermengt und fördert so das Wurzelwachstum und die Bodenfruchtbarkeit.

Ein Ausstreuen und anschließendes Einarbeiten um die Pflanze bietet einen idealen Nährstoffschub im Topf oder Hochbeet.

Bäume, Sträucher und Stauden freuen sich über eine kräftige Wurmhumusschicht im Pflanzloch.

Balkonversuch mit Rotklee

Substrat von Links nach Rechts:

  1. 20% Wurmhumus + Spielplatzsand
  2. 30% Wurmhumus + Discounter-Blumenerde
  3. 20% Wurmhumus + Discounter-Blumenerde
  4. Discounter-Blumenerde

 

Billige Blumenerde ist gewöhnlich mit Mineraldünger vorgedüngt. Nach ein paar Wochen ist der Dünger aufgebraucht, es muss chemisch nachgedüngt werden. 

Nahaufnahme von 2 Würmern des Typs ‚Eisenia fetita‘ (Mistwurm).

Allgemeine Merkmale
  • Name: Eisenia fetida (auch „Mistwurm“ oder „Kompostwurm“ genannt)
  • Familie: Lumbricidae
  • Größe: 4–8 cm lang
  • Farbe: Rotbraun mit gelblichen Streifen (daher auch der englische Name „Tiger Worm“)
  • Lebensraum: Feuchte, organisch reiche Böden – bevorzugt Komposthaufen oder Mistlager
Besondere Eigenschaften
  • Ideal für Wurmkompostierung:
    Sie zersetzen organische Abfälle sehr schnell und produzieren nährstoffreichen Wurmhumus.
  • Temperaturbereich: Optimal bei 15–25 °C
  • Ernährung: Pflanzenreste, Küchenabfälle, Mist
  • Fortpflanzung: Sehr hohe Reproduktionsrate – legt Kokons, aus denen mehrere Jungwürmer schlüpfen.
Ökologische Bedeutung
  • Fördert Bodenfruchtbarkeit
  • Beschleunigt Kompostierungsprozesse
  • Reduziert organische Abfälle

GOP vs. SOP

„Gut-oriented process“ (GOP) bedeutet wörtlich übersetzt „darmorientierter Prozess“ und bezieht sich auf biologische Vorgänge, die sich am natürlichen Verdauungssystem von Tieren – in diesem Fall dem Regenwurm – orientieren.

Gut-oriented process (Darmorientierter Prozess, z.B. bei Regenwürmern):

  • Fokus auf die Verdauung und Verarbeitung von organischer Substanz durch Organismen (z. B. Regenwürmer).
  • Der Prozess läuft im Darm ab – Mikroorganismen helfen beim Abbau.
  • Endprodukt: Wurmhumus, reich an Nährstoffen und Mikroorganismen.
  • Effektiv, schnell, stark biologisch aktiv.

Ein „gut-oriented process“ bedeutet hier also, dass der biologische Abbau und die Nährstoffumwandlung in direkter Orientierung am natürlichen Verdauungsvorgang des Wurms erfolgt – effizient, mikrobiell gesteuert und nachhaltig.

„Soil-oriented process“ (SOP) bedeutet Bodenorientierter Prozess :

  • Fokus liegt auf dem natürlichen Bodenökosystem und wie organisches Material dort zersetzt wird.
  • Der Abbau passiert im Boden, durch Pilze, Bakterien, Insekten etc.
  • Langsamer als der darmorientierte Prozess.
  • Mehr Einfluss durch Umweltbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert.
  • Ziel: Langfristiger Humusaufbau und Bodenstrukturverbesserung.

Ein „soil-oriented process“ bedeutet hier also, dass der natürliche Abbau und die Nährstoffumwandlung den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Feuchte, Ausgangsmaterial) angepasst langsamer und breiter integriert abläuft.

Beide Prozesse sind wichtig im organischen Stoffkreislauf – der eine wirkt „intern“ im Organismus, der andere „extern“ im Bodensystem.

In unseren ‚Wurmreaktoren‘ nutzen wir ein SOP-GOP-SOP Verfahren:

  • Natürliche Zersetzung (Vorkompostierung des organischen Materials)
  • Wurmkompostierung (Veredelung, Neutralisierung und Anreicherung mit Mikroorganismen)
  • Reifephase (Homogenisierung und Stabilisierung des Wurmhumus)

Durch dieses Verfahren in kontrollierter Umgebung erlangen wir ohne externe Energiezufuhr und naturschonend einen erstklassigen Dünger und Bodenverbesserer.  Auch Würmer kommen nicht zu Schaden.

Unsere KI sagt dazu folgendes:

Gut-oriented vs. Soil-oriented in der Praxis:

  1. Kompostierung:
  • Gut-oriented (Wurmkompostierung / Vermikompost):
    • Schneller – je nach Bedingungen in 2–3 Monaten fertig.
    • Produziert hochwertigen Wurmhumus mit vielen Mikroorganismen.
    • Ideal für Küchenabfälle, kleine Mengen, Indoor oder Balkon.
    • Geruchsarm, wenn gut gepflegt.
    • Weniger geeignet für große Mengen oder stark verholzte Materialien.
  • Soil-oriented (klassische Kompostierung / Bodenrotte):
    • Langsamer – oft 6–12 Monate.
    • Funktioniert auch ohne Tiere, durch Pilze, Bakterien, Insekten.
    • Gut für Gartenabfälle, größere Mengen, auch Zweige & Laub.
    • Temperatur kann bis zu 70 °C steigen – hygienisiert besser (z. B. bei Samen, Krankheiten).
    • Benötigt mehr Platz und Pflege (z. B. Umsetzen, Feuchtigkeit).
  1. Landwirtschaft & Gartenbau:
  • Wurmhumus (gut-oriented):
    • Hochwirksam auf kleiner Fläche.
    • Enthält viele nützliche Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum fördern.
    • Ideal für Setzlinge, Hochbeete, Pflanzerde.
    • Geringere Menge nötig – oft 10–20 % in Mischung reicht.
  • Komposterde (soil-oriented):
    • Günstiger in großen Mengen.
    • Stabilere Bodenstruktur, humusreicher, oft holzlastiger.
    • Gut für Beete, Baumpflanzungen, Bodenverbesserung.

Fazit – was ist „besser“?

  • Für Qualität & Mikroleben:
    Gut-oriented (Wurmkompost) ist unschlagbar.
  • Für Menge & Robustheit:
    Soil-oriented (klassischer Kompost) ist vielseitiger.
  • Ideale Lösung:
    → Kombination! Erst Wurmkompost, dann in den Boden einarbeiten – so nutzt du beide Prozesse optimal.

Wurmtypen und was sie leisten.

In der biologischen Systematik ordnet man die Regenwürmer (Lumbricidae) der Ordnung der Wenigborster (Oligochaeta) zu. Wenigborster gehören innerhalb des Stammes der Ringelwürmer (auch Gliederwürmer, Annelida) zur Klasse der Gürtelwürmer (Clitellata).

Es gibt nicht ,Den Regenwurm‘, sondern sicherlich mehrere tausend verschiedene Arten weltweit, die sich voneinander unterscheiden und auch unterschiedliche Lebensräume für sich erschlossen haben. Von den Tropen bis nach Sibirien sind sie zu finden. Auch wenn schon Charles Darwin vor mehr als 150 Jahren zu Regenwürmern forschte, in der Wissenschaft war Regenwurmforschung bisher wohl mehr eine Randnotiz. Mit den zunehmend vom Menschen verursachen Schäden an Umwelt und Klima Gerät dieser exzellente Recycler neuerdings in den Fokus.

Es gibt mehrere tausend Arten, eine grobe Einteilung lässt sich nach dem Lebensbereich vornehmen:

Epigäische Würmer: Diese leben nicht im Erdreich, sondern epigäisch, also in der oberen Bodenschicht aus feuchtwarmen verrottenden Blättern und anderem organischen Material. Davon und von den Pilzen und Bakterien, die diese Stoffe zersetzen, ernähren sich diese Wurmarten. Sie sind recht klein (max. 5 cm), graben sich nicht in den Boden und haben eine rotbraune Färbung. Zu dieser Kategorie gehören die Tiger-gestreiften Kompostwürmer (Eisenia fetida, Eisenia andrei), die vor allem in Komposthaufen vorkommen. Auf intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen findet man sie selten, dort gibt es zu wenig Nahrung.  

Endogäische Würmer: Diese zweite Gruppe lebt endogäisch, also im Boden, aber in der Regel nur in der oberen Schicht bis zu dreißig Zentimetern Tiefe. Sie ernähren sich von den dort befindlichen abgestorbenen Blättern, Pilzen und Kleinstlebewesen. Endogäisch lebende Würmer graben auch horizontal, wodurch ein verzweigtes Tunnelsystem entsteht. Sie sind mittelgroß (10 – 15 cm) und weniger intensiv gefärbt (rosa, grünlich, blaugrau). Sie leisten, wenn vorhanden, einen wichtigen Beitrag zur Durchlüftung und erhöhen die Wasserrückhaltekapazität des Bodens.

Anektische Würmer: Die anektischen oder anözischen Arten sind am längsten und graben sich bis zu drei Meter tief ins Erdreich – als ‚Bergleute‘ graben sie vertikal nach unten. Der Schacht wird durch ein Sekret ausgekleidet, bleibt dadurch stabil. Nachts kommen sie an die Oberfläche, um Pflanzenmaterial in diese Röhren zu ziehen. Auch sie sind rot oder braun, haben aber meist einen dunkleren Kopf und einen flachen Schwanz. Es ist diese Gruppe von Regenwürmern, die kleine Ansammlungen erdigen Kots, die Wurmhäufchen, auf dem Rasen hinterlassen. Von allen Tiefgräbern ist der Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris), auch Tauwurm genannt, am bekanntesten. Anektische Würmer sind sehr kräftig und ‚bohren‘ sich in Bodenzonen, die Pflanzenwurzeln nicht aus eigener Kraft erreichen können. Pflanzenwurzeln folgen den ‚Wurmröhren‘ in die Tiefe.

Dieser -anektische- Tauwurm ist der wohl bekannteste Vertreter seiner Art, oft nach regnerischem Wetter auf der Straße anzutreffen.

Enektische Würmer sind ‚Tiefbohrer‘ und leben in oftmals metertiefen vertikalen Wohnröhren in die sie Ihre Nahrung , Halme und Blätter hinabziehen.

Anektische Würmer hinterlassen die bekannten Wurmhäufchen im Gras und werden deshalb oft als Schädlinge betrachtet.  Menschen sind eine sehr dumme, ignorante Säugetierart..

Würmer werden von der deutschen Politik komplett ignoriert, gleiches gilt für den Klimawandel.

Ein wichtiges Thema der Tagespolitik, die Gendersprache, ist bei Würmern so irrelevant wie Schnee in der Sahara. Würmer sind Zwitter, Männlein und Weiblein in einem. Das hat viele Vorteile, z.B. kann jeder mit jedem rummachen und keiner hat was dagegen. Wurm muss sich nur in Gegenrichtung zusammenkuscheln. Wurmsex ist interessanter, als man denken würde.

Gendersprache ist also in Wurmkontext nicht angebracht. Der Wurm ist nicht männlich, es gibt auch keine ‚Würmin‘, und Würmchen oder Würmlein sind einfach nur kleine Würmer, die noch wachsen, aber schon fleißig an der Arbeit sind.

Klimapolitik:

Klimapolitisch sind Würmer und ihr Produkt Wurmhumus von großer Relevanz. Würmer verhindern Treibhausgas-Emissionen, sie binden Kohlenstoff im Erdreich in Form von stabilen Ton-Humus-Komplexen, sichern somit auch Fruchtbarkeit und gesunde Ernten. In Wurmfarmen entsteht aus regional anfallendem organischem Abfall (Biomüll) ein regional verwendbarer, hochwertiger organischen Dünger und Bodenverbesserer. Dezentrale, rohstoff- und kundennahe Produktion schützen das Klima.

 

Handels – und Wirtschaftspolitik:

Die internationale Handelspolitik wird immer mehr zum Spielball rücksichtsloser politischer Egomanen. Düngemittelimporte sind davon unmittelbar betroffen. Stickstoffhaltiger Kunstdünger wird inzwischen größtenteils importiert, ein Viertel davon kommt aus Russland und finanziert dort die Kriegswirtschaft, klimaschädliche Produktion (Erdgas-Dampfreformierung) inbegriffen. Auch Phosphor kommt aus unsicheren Quellen (Marokko, China).

Wurmkompostierung in Wurmfarmen ist reiner Binnenmarkt, verwertet lokale Rohstoffe (Bioabfall), sichert lokale Arbeitsplätze, verbessert lokale Bodenqualität und beliefert zuverlässig ohne Preisschwankungen lokale Abnehmer.

Wurmfarmen können in großen Einheiten recht günstig dezentral aufgebaut werden, benötigen wenig Anschubsubventionen und liefern konstanten Ertrag.

 

Agrarpolitik:

Welcher Sektor dominiert die EU-Politik? Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Der Sektor ist mit den größten Lobbyorganisationen vor Ort und bremst, wo es nur geht. Konventionelle Landwirtschaft  erfordert Kunstdünger, Herbizide, Fungizide, Pestizide, die Folgen sind bekannt.

Wurmhumus, Kompostierung, organische Dünger sind das Gegenkonzept. Mikroorganismen statt Chemie, Natur statt Haber-Bosch. Leider haben Würmer in Brüssel keine Lobby.

 

Energiepolitik:

Zur Herstellung von Ammoniak, der Basis von Stickstoffdüngern, erfordert hohe Mengen an Energie (hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Anlagen) und emittiert CO2 in die Atmosphäre.  Ein Liter Ammoniak (NH3) verschlingt 6-8 kWh Energie und verursacht 1,2 – 1,4 kg CO2-Emmission.

Die Produktion von Wurmhumus in CFT-Reaktoren einer großen Wurmfarm ist vollkommen energieneutral. Würmer brauchen weder Strom noch Sprit, sie decken ihren Energiebedarf aus dem kompostierten Material, das sie aufnehmen und als Wurmhumus wieder ausscheiden.

In großen Wurmfarmen ist lediglich die Logistik und Fördertechnik energieabhängig, der Strom dafür kann regenerativ auf dem Dach erzeugt werden.

 

Bildungspolitik:

Die Zukunft der jungen Generation wird eng mit den Folgen des Klimawandels verknüpft sein. Eine Sensibilisierung schon in der Grundschule wird immer dringender, Ernährung und auch der Umgang mit Abfällen sind wichtige Themen.  Immer mehr Schulgärten werden angelegt. Kleine Wurmfarmen zur Düngerproduktion aus pflanzlichen Resten der Mittagsmahlzeit sind in den USA, Australien, Neuseeland an Schulen weit verbreitet. In Deutschland wird es oft der Amtsschimmel verhindern.

 

Arbeitspolitik

Lokale Produktion schafft lokale Arbeit. Wurmfarmen gibt es von Low- bis Hightech, die eigentlichen Produktionsmaschinen – die Kompostwürmer – sind gleich, Produktionsgeschwindigkeit, Technik und Manpower unterscheiden sich, das Produkt nicht.

Eine 100 m2- Anlage im mittleren Segment produziert zuverlässig 500 t/a Wurmhumus und schafft lokale Arbeit für 2-3 feste und ggf. saisonale Arbeitskräfte.

 

Weltpolitik:

Weltpolitisch sind Würmer Invasoren, sie folgen den Menschen buchstäblich auf Schritt und Tritt. Europäische Würmer, z.b der Tauwurm oder der Kompostwurm kamen schon mit den ersten europäischen Siedlern nach Nordamerika, und haben auch dort die Herrschaft übernommen. Nicht immer zu Vorteil der heimischen Arten. Würmer sind sicher, wie auch Bienen, sehr nützliche Lebewesen, manchmal sind sie aber zu effizient.