Wie funktioniert eine Wurmfarm?
Das Prinzip ist simpel: Du gibst organische Abfälle in eine Kiste, deren innere Konstruktion aus mehreren Sektionen besteht. Kompostwürmer wie z.B. Eisenia fetida erledigen dann den Rest. Sie fressen sich durch die Abfälle, zersetzen diese und produzieren dabei zwei wertvolle Endprodukte: Wurmhumus und Wurmtee. Das eine ist ein super Dünger für Pflanzen, das andere ein flüssiger Nährstoffcocktail!
Welche Vorteile hat eine Wurmfarm für den Garten?
Wurmhumus ist das Schwarze Gold des Gärtners – viel effektiver als herkömmlicher Kompost. Pflanzen wachsen besser, sind gesunder und widerstandsfähiger. Und der Wurmtee? Ein echtes Powergetränk für deine Gemüsebeete! Außerdem hilfst du der Umwelt, weil du Bioabfälle nicht wegwirfst, sondern sinnvoll verwertest.
Optimale Bedingungen für Kompostwürmer
Damit sich die Würmer wohl fühlen muss der Inhalt der Wurmfarm immer leicht feucht sein. Je nach Feuchte des eingebrachten Materials vorsichtig gießen oder trockene Papier- und Pappeschnipsel untermischen. Ab und zu eine Hand voll Steinmehl versorgt die Würmer mit Mineralien. Zum Schluss alles mit einer Hanfmatte abdecken, das hält die Feuchtigkeit in der Kiste und die Fruchtfliegen draußen.
Sobald die erste Kiste mit Kompostmaterial gefüllt ist, wird aufgestockt. Die Würmer wechseln von selbst auf die Etage, die mehr Futter bietet. Nach ein paar Wochen oder wenn alle Würmer in die obere Etage umgezogen sind, ist der erste Wurmkompost fertig. Die untere Kiste kann geleert und bei Bedarf wieder oben drauf gesetzt werden.
Würmer vertragen weder Frost noch Hitze, im Boden herrschen gewöhnlich moderate Temperaturen.
10 -25 °C Innentemperatur und gute Belüftung sind optimale Voraussetzungen für eine gute und reichhaltige Humus-Ernte.
Was darf ich füttern?
• sämtliche anfallende Gemüse- und Obstabfälle
• Teebeutel, Zellstoff, Kaffeereste und Filtertüten
• Baumwolle, Wolle, Tier- und Menschenhaare
• zerkleinerte Zeitungen oder Wellpappe
• zerkleinerte Eierschalen
• geringe Mengen Sägemehl, Heu, Stroh, Hanf
• Kot von Nagetieren und Vögeln
• Wildkräuter
Was darf ich nicht füttern?
• Fleischabfälle, Fette, Knochen
• Essensreste mit hohem Salzgehalt
• größere Mengen an Schalen von Zitrusfrüchten
• Blätter von Eiche, Buche, Nuß oder von
Nadelbäumen
• Milchprodukte und fermentierte Lebensmittel
• Katzen – oder Hundekot
• bunt bedrucktes Papier, Hochglanzpapier
• Plastik, Glas, Metall
• Rasenschnitt
• zuviel vom gleichen
Was ist zu beachten?
Feuchtigkeit? Substrat sollte feucht wie ein ausgedrückter Schwamm, aber nicht tropfend nass sein.
Belüftung? Löcher für Luftzirkulation sind wichtig.
Licht? Abdecken mit Zeitung oder Hanfmatte.
Fütterung? Lieber kleine Mengen regelmäßig, nicht überfüttern.
Gerüche? Bei richtiger Pflege riecht Wurmhumus wie Walderde. Bei Geruch → weniger füttern, ggf. Eierkarton, Cocosfaser, trockener Kompost oder Wellpappeschnipsel zugeben
Schimmel? Einfach unter frisches Material mischen. Schimmel in moderaten Mengen schadet Würmern nicht
Urlaub? Würmer überleben einige Wochen ohne Futter, wenn genug Material vorhanden
Mitbewohner?
Bei kleinen weißen Punkten auf dem Futtermaterial handelt es sich gewöhnlich um Kompostmilben oder Springschwänze, kleine Helfer im Kompostierprozess die sich bei zu feuchtem Substrat schnell vermehren. Sie sind ungefährlich und breiten sich nicht weiter aus. Zugabe von trockenem Material , z.B. Zeitungspapier löst das ‚Problem‘.
Obstfliegen und Co. verhindert man durch Abdecken des Materials mit Hanf-, Kokos-, Filzmatten oder Zeitungspapier.